Koffergeschichten

Kinder wollen Geschichten hören. Und Kinder wollen Geschichten erzählen.

 

Beides zusammen zu bringen, dafür gibt es den Koffer, in dem einige wenige Gegenstände sind, viele tausende von Geschichten jedoch, die mit den Kindern zusammen entdeckt und entwickelt werden können.

 

Das Erzählen einer Geschichte knüpft an das alltägliche Sprechen an und findet in einer gewissen Weise genauso wie dieses in dialogischer Form statt.

 

Mit unterschiedlichen Methoden entstehen in Zusammenarbeit in dem Moment, in dem die Kinder um den Koffer herum sitzen, Geschichten. Entstehen Bilder im Kopf und auf der Bühne, die der Kofferdeckel oder der Teppich, auf dem wir sitzen, sein kann.

 

Kinder leben Wünsche, Probleme, Schwierigkeiten und Konflikte oftmals stellvertretend in Geschichten aus, erklären sich ihre Welt über Geschichten und leben immer wieder auch – alleine oder in Gruppen – in Geschichten. Daher lieben Kinder das Zuhören von Geschichten, egal ob vorgelesen, als Hörspiel oder Film. Die Kinder schulen ihre Phantasie, üben Zuhören und Zusammenhänge verstehen und können hier ihre Erfahrungen einordnen.

 

Das Erzählen hat – im Vergleich zu Hörspiel oder Film – jedoch den Vorteil, dass die Kinder beteiligt werden können, dass ihre Reaktionen wiederum auf Reaktionen stoßen und die Geschichten flexibel variiert werden können. Somit lernen die Kinder außerdem, aufeinander zu achten und es werden gemeinsame Erlebnisse für die Gruppe geschaffen, die in den kommenden Tagen in den Kindergartenalltag hineinspielen können.

 

In den improvisierten Geschichten können sie starke Helden, abenteuerlustige Freunde, doofe Erwachsene und angebetete Vorbilder sein... Und dann auch wieder jemand ganz anderes.


Kinder lieben Improvisation, sie kennen das Scheitern. Scheitern ist der Improvisation implizit - einen Erzählstrang aufgeben und eine neue Richtung einschlagen, kann Spaß machen und Geschichten wie auch allen Lebens- und Lernrealitäten der Kinder einen neuen Impuls geben.